Der vollendete Krieger – das antike Sparta und sein Ideal

 In Tacphilosophy

Der Film 300, spartan races und workouts im ganzen Land und ein Lambda auf allen Rucksäcken auf der Range. Jedoch wissen nur wenige, was Sparta wirklich bedeutet. Unser Freund A. Hohenstein hat uns ein paar Zeilen zusammengefasst:

Die Frage nach dem Krieg und wie er zu bestreiten ist wird nicht alt, sondern ist Teil der menschlichen Existenz. Seit jeher strebten Männer danach, die perfekte Antwort auf diese Frage zu finden, um ihre Feinde zu übertreffen und den Sieg davonzutragen. Kaum jemand ist so berühmt für dieses Streben wie die Krieger des antiken Sparta, eines Dorfes der südlichen Peloponnes in Griechenland, dessen Aufstieg zur Militärmacht vor etwa 3000 Jahren begann. Während der Klassischen Zeit, von etwa 500 bis 336 v. Chr., war die Stadt wohlbekannt für den unerschütterlichen Kampfgeist seiner Krieger, die nur selten Niederlagen hinnehmen mussten.

 

„Die Spartaner fragen nicht, wie viele Feinde es sind, sondern wo sie sind.“ – Plutarch

 

Pflicht und Aufopferung

Das berühmteste Beispiel ist ohne Zweifel die Schlacht an den Thermopylen 480 v. Chr., in der 300 Spartiaten gemeinsam mit einigen tausend anderen Griechen versuchten, dem persischen Invasionsheer standzuhalten, um die Freiheit der hellenischen Welt zu verteidigen. Jeder einzelne der spartanischen Krieger starb an jenem Tag bei der Sicherung des Rückzugs der anderen Truppen, jedoch nicht ohne den Invasoren große Verluste zuzufügen. Die Schlacht wurde zum Mythos der Disziplin und der Aufopferung und bleibt bis heute ein Ideal, da sich jeder Soldat bewusst sein muss, dass er eines Tages möglicherweise sein eigenes Leben für die Sicherheit seiner Heimat und seiner Liebsten geben muss.

 

„Es gibt immer Thermopylen, an denen man sterben kann.“ – Nicolás Gómez Dávila

 

Ein Ideal erreichen – Form und Disziplin

Der Weg des Kriegers ist lang und beschwerlich, jeder Mann und jede Frau, der/die ihn betreten hat, kennt seine Herausforderungen. Teil der absoluten Elite zu werden ist nicht einfach eine Entscheidung für einen „Job“, sondern eine Art zu leben. Im antiken Sparta musste jeder Jüngling mit 14 Jahren an einer militärischen Erziehung, genannt „Agoge“, teilnehmen, die mehrere Jahre andauerte. Dort lernten die Aspiranten alles, was sie später in der Gemeinschaft ihres Volkes brauchen würden, vor allem dass Krieg die Angelegenheit eines jeden Mannes ist, der die spartanische Bürgerrechte sein Eigen nennen wollte.  Diese wurden ausschließlich an volljährige Männer vergeben, die die Agoge abgeschlossen hatten.

Das Ideal des vollendeten Kriegers wurde also institutionalisiert und zum bedeutendsten Teil des spartanischen Lebens. Das mag extrem wirken, verglichen mit der Situation heute, doch zeigt es, dass militärische Institutionen ein kulturelles Fundament benötigen und außerdem die Notwendigkeit einer Kultur, sich gegen ihre Feinde verteidigen zu können. Heute ist der Gedanke des andauernden Friedens weit verbreitet, doch bleibt er reine Illusion.

 

„Wenn Du den Frieden liebst, so zeige in ihm die gleiche aufrechte Haltung wie im Kriege.“ – Henry de Montherlant

 

  

Mythos und Vorbild

Krieg ist seit jeher nicht nur eine praktische, sondern auch eine geistige Kunst. Ein grundlegender Teil davon ist eine leitende Erzählung für die Gruppe wie für den Einzelnen. Soldaten hatten den Willen, überlegen zu werden, weil man ihnen die Geschichten der Helden erzählte, die vor ihnen kamen. Die Hopliten Spartas sind ein zeitloses Vorbild für jene, welche den Durchschnitt, das Gewöhnliche zu übertreffen suchen, für jene, welche sich der Pflicht, Ordnung und Hierarchie bewusst sind. Deshalb kann kein besseres Beispiel in den Geschichtsbüchern gefunden werden.

 

 

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